Sicherheitszeichen mit Fluchtrichtung: Hoch oder runter?

Dieses Beispiel verdeutlicht, wie leicht Irritation entstehen kann, wenn der Pfeil nach oben zum Einsatz kommt, obwohl der Flucht- und Rettungsweg nach unten führt. © licht.de/Inotec
Aktuell besteht der Wunsch nach einer international einheitlichen Kennzeichnung der Fluchtrichtung. Fachverbände schlagen eine Ergänzung der Empfehlungen vor.


Der Pfeil nach unten wird traditionell in der Praxis für die Kennzeichnung von Türen im Verlauf von Rettungswegen, für die Kennzeichnung von Notausgängen, aber auch für die Fluchtrichtungen geradeaus und nach unten erfolgreich eingesetzt. Eine verbindliche Festlegung zur Pfeilrichtung gibt es derzeit nicht. Die internationale, hierzulande nicht verbindliche Norm ISO 16069:2003 „Safety Way Guidance Systems“ und auch beziehungsweise das deutsche Informationspapier DIN SPEC 4844-4 schlagen vor, den Verlauf von Flucht- und Rettungswegen stattdessen mit dem Pfeil nach oben zu kennzeichnen.

Die Wahl des Pfeils nach oben kann aber in bestimmten Fällen irritierend sein. Ein Beispiel: Sind in einem sechsstöckigen Bürogebäude die Flure auch gleichzeitig der auszuweisende Fluchtweg, so sind die Türen zum Treppenraum am Ende dieser Flure mit einem Rettungszeichen zu kennzeichnen. Das bedeutet, in fünf Stockwerken müsste das Sicherheitszeichen entsprechend ISO 16069 mit dem Zusatzzeichen Pfeil nach oben eingesetzt werden, obwohl der Fluchtweg nach unten ins Erdgeschoss führt. Im Notfall fatal: Flüchtende Menschen könnten nach oben gehen, anstatt sich nach unten in Sicherheit zu bringen.

ZVEI-​Positionspapier "Kennzeichnung der Fluchtrichtung"

ZVEI-Empfehlung

Der ZVEI schlägt daher eine Ergänzung der Systematik der ISO 16069/DIN Spec 4844-4 vor: Die Bedeutung des Pfeils nach unten sollte um zwei weitere Punkte ergänzt werden:

  • um die zusätzliche Bedeutung „Geradeaus gehen“ sowie
  • um die Definition „Geradeaus und durch eine Tür gehen, wenn das Zeichen über einer Tür angebracht ist“. 

Literaturhinweis: Der ZVEI hat ein ​Positionspapier zur „Kennzeichnung der Fluchtrichtung" veröffentlicht.

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